Gründen mit Freunden – (k)eine gute Idee?

Drei „goldene Regeln“ sollten unbedingt beachtet werden.

Die drei „goldenen Regeln“ für eine Gründung mit Freunden:

Bonn, 10. September 2019 –  Mit einer guten Freundin oder einem guten Freund ein Business starten – das hört sich zunächst einmal toll an: Man ist eingespielt und man kennt die Stärken und Schwächen des anderen in- und auswendig. „Falls Ihnen die Freundschaft wichtig ist, sollten Sie sich im Vorfeld ein paar Dinge durch den Kopf gehen lassen“, sagt Andreas Dirksen, Teamleiter der Online-Gründerakademie GO AHAED (www.go-ahead.de/gruender-akademie).

Generell scheinen Gründer in Deutschland eher Einzelkämpfer zu sein: Laut KfW Gründungsmonitor 2019 gründen rund 62 Prozent alleine. Eigentlich verwunderlich, die Vorteile der Gründung im Team sind schließlich offensichtlich: Mit jedem Mitgründer erweitert man als Team Know-how, Kompetenzen und Kontakte. Zudem werden finanzielles Risiko, Kapitaleinsatz und Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. „Im Idealfall garantieren Mitgründer unterschiedliche Perspektiven auf Probleme und Potenziale, einen regen Informations- und Wissensaustausch und in der Regel macht Gründen im Team auch einfach mehr Spaß“, sagt Dirksen. Zu diesen Vorteilen, die jede Gründung im Team mit sich bringt, kommt im Falle einer Gründung mit Freunden ein weiteres Plus hinzu: Vertrautheit.

Doch bei der Existenzgründung mit einer guten Freundin / einem guten Freund steht nicht nur der unternehmerische Erfolg auf dem Spiel, sondern ebenso die Freundschaft. „Das sollte einen aber nicht von einer Gründung im Freundeskreis abhalten. Ein paar Dinge sollten aber vorher bedacht werden“, so Dirksen.

Die drei „goldenen Regeln“ für eine Gründung mit Freunden:

1. Alles schriftlich festhalten

Es empfiehlt sich, Dinge, die nicht beispielsweise in einem Gesellschaftsvertrag festgelegt werden, anderweitig schriftlich festzuhalten. Dabei sollten Fragen geklärt werden, wie:

Wer übernimmt welche Aufgaben? Welche Erwartungen bringt jeder Gründer mit? Was passiert wenn einer der Gründer das Team verlassen möchte? Wie werden Anteile und Gewinne verteilt? Wofür wird Geld ausgegeben? Was passiert, wenn ein Mitgründer plötzlich Nachwuchs erwartet und sich die Prioritäten verschieben?

2. Probleme ansprechen

Niemand möchte gerne der Nörgler sein, der die Gründungseuphorie durch kritische Töne bremst. Aber Kritik am Mitgründer ist wichtig – auch wenn sie unangenehm ist. Im Vorfeld lässt sich selten abschätzen, ob Arbeitsweisen kompatibel sind – hier hilft es, Klartext zu reden. Um das große Drama zu vermeiden, empfiehlt es sich daher, unangenehme Themen direkt anzusprechen.

3. Wie steht es um die Kreditwürdigkeit?

Unbedingt im Vorfeld der Gründung sollte die Frage nach der Kreditwürdigkeit gestellt werden – auch wenn es schwerfällt.

„Sind diese Fragen geklärt, steht eine Gründung mit Freunden eigentlich nicht mehr im Weg“, sagt Dirksen.

Bild von rawpixel auf Pixabay

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