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Ungewöhnliche Bestellung mit Herz

Eine Geschichte von einem Leser:

Ich betrat ein kleines Kaffeehaus mit einem Freund von mir und wir gaben unsere Bestellung auf. Während wir zu unserem Tisch gingen, kamen zwei weitere Personen rein. „Fünf Kaffee bitte, Zwei für uns und drei aufgeschoben“. Sie bezahlten die Rechnung, nahmen die Zwei und gingen. Ich fragte meinen Freund: „Was sind diese aufgeschobenen“ Kaffees?“
„Warte und sieh selbst“ Mehr Personen kamen ins Kaffeehaus. Zwei Mädchen bestellten jeweils ein Kaffee, bezahlten und gingen wieder. Die nächste Bestellung war für sieben Kaffees von drei Rechtsanwälten – drei für die und vier „aufgeschoben“.
Während ich noch immer darüber nachdachte, was denn diese „aufgeschobenen“ Kaffees bedeuten, genoss ich das schöne Wetter und die tolle Aussicht auf den Platz vor dem Kaffeehaus. Plötzlich kam ein Mann in heruntergekommenen Kleidern, der aussah wie ein Bettler, ins Kaffeehaus und fragte höflich: „Haben Sie einen aufgeschobenen Kaffee für mich?“

Es ist ganz einfach; Personen zahlen im Voraus für ein Kaffee, der für jemand bestimmt ist, der sich kein warmes Getränk leisten kann. Diese Tradition mit dem aufgeschobene Kaffees stammt aus Neapel und hat sich im Laufe der Zeit über die ganze Welt ausgebreitet. An manchen Orten kann man nicht nur aufgeschobene Kaffees bestellen sondern sogar belegte Brötchen oder ganze Mahlzeiten.

Die Idee gefällt mir sehr gut, doch ist das bei uns umsetzbar?

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4 Reaktionen zu “Ungewöhnliche Bestellung mit Herz”

  1. Sabine

    Finde ich eine ganz tolle Idee. Eine Geste der Menschlichkeit in unserer rauen Welt.

  2. G.S.

    Es ist eine anrührende Geschichte, erwärmt aber keinesfalls mein Herz. Was gut gemeint ist, ist nicht gut gemacht, weil es jeglichen Prinzipien von Ethik und Moral widerspricht.
    Die einen beruhigen damit ihr schlechtes Gewissen (weil man sich das ja leisten kann) während die anderen als Bittsteller an der Theke stehen. Ich bin davon überzeugt, die Mehrzahl der „Bedürftigen“ wird darauf pfeifen. Sie sind schon ausgegrenzt und sollen dem Wirt noch demütig zu Kreuze kriechen.
    Es ist ein gesellschaftliches Fiasko, eine Bankrotterklärung eines maroden Systems. Da werden einerseits Menschen an den Bettelstab gebracht und andererseits Gaben für die Armen wieder salonfähig gemacht. Sie zementieren die bestehenden Strukturen und helfen den Betroffenen überhaupt nicht. Statt aufgeschobenen Kaffee, Tafeln für Bedürftige und Trinkgeld als Lohnersatz sollten die Unternehmen, die großen wie die kleinen, menschenwürdige Löhne zahlen, das Teilen lernen und menschlicher Not den Garaus erklären. Wer helfen will, wird Gelegenheiten finden. Mehr als Hirn und Herz sind nicht vonnöten.

  3. H.K.

    @G.S.: Was ist denn das für ein polit-intelektuelles Gesülze?
    Das ist eine Gelegenheit zu helfen!

  4. Stefan Wehmeier

    Die Irrelevanz der Moral

    Sind die Basis allen menschlichen Zusammenlebens (Makroökonomie) und die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung (Geld) falsch, ist alles falsch, was das menschliche Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft. Angebot und Nachfrage sind nicht im Gleichgewicht, es entstehen Konjunkturen und Krisen, systemische Ungerechtigkeit, der Zwang zur Lüge, Kriege, Terrorismus, Kriminalität, Umweltverschmutzung und -zerstörung, materielle und geistige Massenarmut, Fehlernährung – bis hin zur genetischen Degeneration.

    Solange die makroökonomischen Konstruktionsfehler nicht erkannt sind, hält der in „diese Welt“ Hineingeborene die Gesellschaft für „normal“ (es bleibt ihm ja nichts anderes übrig) und erkennt die zahlreichen Negativsymptome einer a priori fehlerhaften Makroökonomie nicht als deren zwangsläufige Folgen, sondern interpretiert sie als vermeintliche Folgen einer „Boshaftigkeit des Menschen“ – die wiederum durch eine „Moral“ zu verbessern sein müsste.

    Die irrationalen, jedoch vom „Normalbürger“ als „vernünftig“ (auch hier bleibt ihm ja nichts anderes übrig) gedachten Moralvorstellungen bestimmen die Entwicklung von Kulturen über Jahrhunderte und Jahrtausende und führen letztlich dazu, dass nicht nur die Makroökonomie allgemein unverstanden bleibt, obwohl sie nach dem tatsächlichen Stand des Wissens längst korrigiert sein müsste, sondern die „Moral“ wird von der „etablierten Wissenschaft“ sogar als „entscheidender Vorteil“ des Menschen in der gesamten Evolution angesehen.

    Unterstützt wird die „Moral“ von der Religion, deren ursprünglicher Zweck es war, die elementaren makroökonomischen Konstruktionsfehler aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes auszublenden, damit es überhaupt zu einer Kulturentwicklung kommen konnte; denn kein vernünftiger – nicht religiös verblendeter – Mensch wäre dazu bereit, in einer noch fehlerhaften Makroökonomie zu arbeiten, wenn er weiß, dass ein nachhaltiges Wirtschaften unmöglich und der nächste Krieg systemnotwendigerweise unvermeidlich ist.

    Damit wurde der Krieg zum „Vater aller Dinge“, was er jedoch nur solange sein konnte, wie es noch keine Atomwaffen gab! Das heißt nun nicht, dass ein „Frieden durch ultimative Abschreckung“ möglich wäre. Um unsere ganze „moderne Zivilisation“ – von einem Tag auf den anderen! – auszulöschen, ist es nicht erforderlich, dass irgendein wahnsinniger Präsident den „roten Knopf“ betätigt – es reicht schon aus, wenn wir gar nichts machen!

    http://www.deweles.de/intro.html

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