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Sind Seniorengerichte umsatzschädigend?

Viele Restaurants bieten Senioren die Möglichkeit, Gerichte von der Speisekarte in kleineren Portionen zu bestellen. Manche haben dafür extra ausgewiesenen Preise für diese Seniorenteller, andere bieten dieses Angebot nur auf spezielle Nachfrage an.
Selbstverständlich sollen gerade Senioren, die weniger Essen, auch kleinere Portionen erhalten, doch ist es Sinnvoll, diese auf der Speisekarte extra auszuweisen?

In einem Restaurant haben wir dazu einen Versuch gestartet. Dort wurden einige Gerichte verkleinert und zu einem Seniorenpreis angeboten (ohne dass die Gäste im Vorfeld danach gefragt haben). Diese Aktion kam bei den Gästen gut an. In vielen Fällen wurden die Senioren-Portionen bevorzugt auch von nicht-Senioren bestellt.

Dieser Versuch dauerte ein halbes Jahr. Das Ergebnis war, dass sich viele Gäste die Seniorengerichte bestellt haben, auch wenn sie altersmäßig nicht der Zielgruppe entsprachen. Der Arbeitsaufwand war der gleiche, wie bei normalen Portionen, doch der Umsatz ist deutlich zurück gegangen. Auch die Nachfrage nach Desserts ist dadurch nicht gestiegen.

Die Anzahl der Gäste nahm durch dieses Angebot nicht spürbar zu, doch die Nachfrage nach den kleineren Speisen war deutlich höher.

Wie sind Eure Erfahrungen mit Seniorengerichten auf der Speisekarte?

Foto: hogapr

4 Reaktionen zu “Sind Seniorengerichte umsatzschädigend?”

  1. Josef Türk jun.

    Wir haben gute Erfahrung damit, wir haben zwar nicht explizit Seniorengerichte auf der Karte aber den Hinweis, dass es viele davon auch als kleinere Portion gibt.
    Hätte ich keine Senioren bei mir im Lokal, hätte ich oft garkeine Gäste. Lieber kleinen Umsatz als garkeinen Umsatz.

    Pauschal aber, kann man das sicher nicht so sagen, kommt auf den Betrieb an und die Gästeklientel die vorherrscht.

  2. Land

    Der Seniorenteller ist ja immer wieder ein beliebtes Thema. Es geht aber in der Regel nicht um Senioren, sondern generell um eine kleinere Portion, wobei das Alter des Gastes eine untergeordnete Rolle spielt.
    Es ist letztlich eine Frage der Kalkulation, das
    Weniger an Ware (wie auch eine größere Portion) würde sich auf den Endpreis nur minimal auswirken, was bei der Preisauszeichnung beim Gast u.U. negativ bewertet wird weil er einen größeren Nachlass erwartet. Bekommt der Gast auf Nachfrage eine kleinere Portion freut er sich wenn ihm, wenn auch nur kleiner, Preisvorteil eingeräumt wird.
    Bei uns bekommt der Gast auf Nachfrage eine kleine Portion, wenn der Gast nicht aufgegessen hat bieten wir ihm an den Rest einzupacken und mitzunehmen und er bekommt den Hinweis auch kleine Portion bekommen zu können.
    Übrigens wenn der Gast das nächste Mal kommt bestellt er wieder die normale Portion.

  3. Peter

    Hallo Land

    Genau wie bei mir,
    bin voll auf deiner Welle.

  4. Wie kann man gezielt auf Zielgruppen im Restaurant eingehen? Beispiel: Senioren | Gastronomie Marketing Blog - Gastro Marketing

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