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Leitungswasser im Restaurant – kostenlos oder nicht?

LeitungswasserDiese Frage wurde schon oft diskutiert. Soll man für ein Glas Leitungswasser im Restaurant Geld verlangen. Klar, das Personal kostet Geld, das Glas soll gespült sein und die Nebenkosten müssen auch verdient werden. Doch bei Gästen stößt es meist auf Unverständnis. Schließlich kostet der Kubikmeter Wasser nur etwa 2 Euro (je nach Region etwas mehr oder weniger). Das sind umgerechnet etwa 0,001 Euro für einen halben Liter Leitungswasser. Kein Servicemitarbeiter möchte einem Gast erklären, warum er ein Glas Wasser bei diesem Wasserpreis nicht kostenlos bekommt.

Andere Länder, andere Sitten
Schauen wir uns mal die Regelungen in anderen Ländern an. In Schweden steht auf jedem Tisch eine Karaffe mit Leitungswasser (kostenlos) aus der sich die Gäste bedienen können. In Österreich gibt es im Kaffeehaus ein Glas Wasser dazu. In Frankreich und Italien gibt es Leitungswasser zum Essen und zum Wein gratis, ebenso in der Schweiz, jedoch wird dort meist etwas berechnet, wenn der Gast nur Leitungswasser konsumiert.

Verschiedene Situationen
Die Frage nach kostenlosem Leitungswasser lässt sich meiner Meinung nach nicht eindeutig beantworten. So wird nach meiner Erfahrung eher selten nur ein Glas Leitungswasser bestellt. In den meisten Fällen wird es zusätzlich zum Essen oder zum Kaffee bestellt. In diesem Fall kann man es getrost kostenlos anbieten. Auch bei älteren Gästen, die damit Ihre Tablette einnehmen möchten, sollte man auf einen Obolus verzichten.

Anders sieht es bei Gästen aus, die sich im Restaurant aufwärmen, nur Leitungswasser bestellen, den Tisch blockieren und dann vielleicht noch das kostenlose WLAN nutzen. In diesem Fall sollte man auch ein Glas Leitungswasser berechnen. Da darf das Glas dann auch gerne zwischen 1 Euro und 1,50 Euro kosten. Allerdings sollte man diese Gäste schon bei der Bestellung auf die Kosten hinweisen.
Vielleicht hat es sich dann auch schon erledigt…

Bild: ©hogapr

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11 Reaktionen zu “Leitungswasser im Restaurant – kostenlos oder nicht?”

  1. fabian fassbauer

    …jeder hat dass recht kostenlos ein Glas Wasser zu bekommen!
    Besetzte Plätze kann jeder Gastronomen durch Platzgeld in Rechnung stellen.
    Ich finde sowieso, dass jeder der ein Tisch in einer gastronomischen

  2. Peter

    Naja ich denke schon, dass der Wirt etwas fürs Wasser verlangen kann. Schliesslicht stellt er auch Tisch und Stuhl zur Verfügung.

  3. Sonja Wurth

    Wir bieten es kostenlos an, steht sogar in der Getränkekarte! Wir haben eine eigene Hausquelle mit so gutem Wasser, dass es der Gast gar nicht zahlen könnte, so kostbar ist das 😉 Erfahrungsgemäß trinkt der Gast dann bestimmt auch noch was anderes dazu und gibt gutes Trinkgeld!

  4. Brigitte

    Ich denke ein Glas Wasser sollte unabhängig von der Bestellung gratis zur Verfügung stehen. Das nennt man Service; eine kleine Geste, die eigentlich selbstverständlich sein sollte.

    Sicherlich stellt der Gastronom Tisch und Stuhl zur Verfügung – allerdings muss er das auch, wenn er möchte das Gäste kommen…

    Ich glaube kaum, dass ein kostenloses Glas Wasser die betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten negativ beeinflussen wird. Selbst bei zwei oder drei oder vielen kostenlosen Wassergläsern wird das nicht passieren.

    Weiterhin würde ich auch behaupten, wenn ein Gastronom mehr oder ständig „Schmarotzer“ in seiner Stube hat, die gratis Wasser bestellen und sich nur aufwärmen möchten statt Geld da zulassen, dann läuft grundsätzlich was verkehrt. Und dann reißt es der 1 € für Leitungswasser auch nicht mehr heraus.

  5. Armin Gross

    „Recht auf etwas“ haben ist eine schwierige Sache: theoretisch kann der Gastronom verlangen, dass in seinem Restaurant speisen verzehrt werden – macht wahrscheinlich kaum jemand, wenn andere Mitglieder einer Gruppe etwas verzehren. Es kommt darauf an – Gäste, die das Leitungswasser bestellen um Geld zu sparen sind in einem gehobenen Restaurant wahrscheinlich fehl am Platze, daher wäre eine Berechnung gerechtfertigt. Zum Kaffee gehört auch in Deutschland das kostenlose Glas Leitungswasser dazu! Viele Grüße 🙂

  6. Giorgio

    Gäste die Leitungswasser bestellen, ausser vieleicht zur Tabletteneinnahme, sind fehl am Platz.Sei es in der kleinen Pizzeria nebenan oder gehobenen Gastronomie, völlig egal.
    Mittlerweile haben doch die meisten Gastrobetriebe versch. Sorten Wasser im Angebot, muss ich mir dann noch Leitungswasser antun? Gerade bei Saisonbetrieben oder Betrieben mit wenig Platz finde ich es unmöglich, wenn ein kompletter Tisch (4Personen) meint er müsse Leitungswasser trinken. Der Hinweis eines Kellners, es gäbe Stilles Wasser auf der Karte, wurde folgendermaßen beantwortet :Aber das kostet..
    Der Besitzer hat imho das einzig richtige getan… den ganzen Trupp vor die Tür gesetzt! Da fällt mir spontan ein ganz neues Thema für eine Diskussion ein:
    -was muss ich mir gefallen lassen oder wann ist ein Gast unverschämt?
    lg

  7. Klaus

    Also grundsätzlich sollte man zu einer Tablette ein kleines Glas Wasser reichen.
    In jedem Restaurant gibt es Mineralwasser zu kaufen.
    (Auch ohne Kohlensäure) Dieses muß einfach angeboten werden.
    Alles andere kostet Geld. Wie schon gesagt Service, Reinigungsmittel und Personal.

    Jeder der etwas anderes behauptet ist kein Gastronom oder hat schon einmal eine Pleite erlebt.

  8. Markus Meier

    Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Zum Thema Tablette hätte ich da noch einen passenden Artikel: http://www.hoga-pr.de/ihre-meinung-ist-gefragt/eine-kopfschmerztablette-fur-den-gast-5503.html/
    Nur zur Information.
    Vielen Dank für Ihren Kommentar und noch einen schönen Tag.

  9. Oliver

    Ich muss oft schmunzeln darüber wie naiv manche Menschen sind.
    Es geht nicht nur um den Service, Reinigung etc. wenn man Gästen kostenloses Leitungswasser zur Verfügung stellt.
    Es geht darum das es in diesem Fall keinen zusatzverkauf mehr gibt.
    Ein Beispiel:
    zwei Gäste bestellen je 1 Glas Wein und möchten jetzt noch 0,75 l Leitungswasser dazu. Rechnen wir mal 4€ pro wein , also sind wir bei 8 Euro.
    Wenn man allerdings kein Leitungswasser anbietet stattdessen eine normale Flasche Wasser, kommen noch mal 5 Euro dazu.
    Also hat der Gastronom 13 Euro anstelle von 8 Euro.
    Das ist der springende Punkt!
    Ein Restaurant hat an einem Tag 100 Gäste und von diesen trinkt, jeder zweite eine Flasche Wasser dann sind das 250€ mehr Umsatz im Vergleich zum Leitungswasser.
    Wenn wir nun diese Rechnung 8 mal im Monat aufmachen sind das 1900 Euro im Monat, sprich wenn man dies auf das Jahr hochrechnet sind das 22800€!!! Die einem Restaurant fehlen.
    Das ist fast schon eine Arbeitskraft die man Entlassen müsste nur weil wir Dinge einführen möchten die in anderen Länder üblich sind. Ganz großes Kino

  10. Markus Meier

    Damit hast Du es sehr gut auf den Punkt gebracht!
    Vielen Dank für Deinen Kommentar 🙂

  11. ulrics

    Der Aufwand für einen Krug Leitungswasser ist unwesentlich und leider verträgt auch nicht jeder alles oder mag Blubberwasser. Und Ökobilanz von Flaschenwasser ist einfach grottig.
    Ich denke die meisten sind bereit einen angemessen Betrag zu zahlen.

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