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Mitarbeiter aus Fehlern lernen lassen

Das Buch für MitarbeiterMan könne sich keine Fehler erlauben, ist die Meinung vieler Manager. Bei der knappen Personaldecke in den Hotels sei die Perfektion des Einzelnen unverzichtbar. Ist das wirklich so? Albrecht von Bonin beschreibt in seinem Buch „MITARBEITER suchen, finden, fördern, binden“, wie wichtig eine positive Fehlerkultur gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist.

Erinnern wir uns an unsere Kindheit:

Welche Chance hätten wir als Kind gehabt, gehen zu lernen, wenn uns ständig jemand eingeredet hätte, dass wir einfach nicht hinfallen dürfen? Nein, wir lernten gehen, weil wir unerschrocken hinfielen, wieder aufstanden, wieder hinfielen etc. – so lange, bis wir laufen konnten. Es genügt also offenbar, einmal öfter aufzustehen, als hinzufallen. Leider gibt es in vielen Unternehmen diese Fehlerkultur nicht oder nur selten. Stattdessen geben Führungskräfte vor, sie selbst machten keine Fehler. – Schlimmer noch:– Sie bringen ihren Leuten bei, dass man keine Fehler machen darf (weil das den Job kosten kann).
Keine Fehler machen bedeutet aber: nur das tun, was man wirklich gut oder sicher kann. Und jeden Versuch, etwas Neues zu probieren, jede Veränderung, jede Entwicklung ablehnen. Keine Fehler machen heißt also: nichts wagen. Wie aber soll da um alles in der Welt die für unsere Wirtschaft so wichtige Innovation in den Unternehmen entstehen? Wie wollen wir so Menschen für gastgewerbliche Berufe begeistern. Können wir uns in Zeiten des dramatischen Fachkräftemangels überhaupt leisten, Fehler zu verdammen?

Es gibt eine ganze Menge Dinge,

die viele von uns gar nicht gelernt haben, weil ihnen irgendjemand eingeredet hat, sie dürften keine Fehler machen. Dieses Muster hat sich in unseren Köpfen so fest eingebrannt, dass es sich hartnäckig hält. Fragen Sie mal beim nächsten Meeting Ihre Kollegen oder Mitarbeiter, wer von ihnen singen kann. Mehr als die Hälfte wird entsetzt sagen: “„Nein, ich bin völlig unmusikalisch.“ Stellen Sie die gleiche Frage an eine Gruppe von Kindern, werden entweder alle lauthals „Ich, ich“ rufen – oder die Frage gar nicht verstehen. Jeder kann doch singen! Wer den Erwachsenen wohl das Singen vermiest hat? Vielleicht ein Perfektionist, der ihnen beigebracht hat, dass es falsche Töne gibt und dass es ganz schlimm ist, wenn man sie hört? Und so wagten sie nie, etwas zu tun, was ihnen vielleicht Spaß gemacht oder Lust bereitet hätte.
Bitte stellen Sie sich vor, es gäbe diese anerzogene Angst vor dem Versagen nicht. Wäre es nicht großartig, wenn auch Sie und Ihre Mitarbeiter alles Neue so unbefangen lernen könnten, wie wir als Kind Gehen gelernt haben? Welche faszinierenden Möglichkeiten stünden Ihnen da offen!

Worauf warten Sie noch? Gehen Sie es an.

Erinnern Sie sich und Ihre Mitarbeiter daran, dass Sie es schließlich als Kind auch gekonnt haben. Sie werden sehen, Sie kommen Ihrem Ziel der wahren „Excellence“ einen großen Schritt näher. Und im gleichen Atemzug fragen Sie sich: Sind regelmäßige Entwicklungsgespräche in Ihrem Betrieb etabliert, in denen der nächste Weiterbildungsbedarf des Mitarbeiters besprochen und festgelegt wird? Gibt es ein mittel- bis langfristiges Entwicklungsprogramm (vielleicht sogar mit interner Karriereplanung)? Wer ist dafür verantwortlich, dass es eingehalten wird?

Was wir aus dem Leistungssport kennen, gilt auch für die Förderung von Talenten in der Hotellerie. Die Chance, sich mit anderen messen zu dürfen, steigert die Fachkompetenz und das Selbstwertgefühl. Ohne Zweifel gehört es da auch zum Spiel, Fehler zu machen. Ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter zum Beispiel zur Teilnahme an Branchenwettbewerben. Ob es der Rudolf Achenbach Preis für Köche ist, der DEHOGA Wettbewerb der Landessieger unter den Azubis oder der jährliche Deutsche Hotelnachwuchs Preis der HDV und der Allgemeinen Hotel & Gastronomie Zeitung. Philip Borckenstein von Quirini – damals F+B Manager – war z.B. einer der Gewinner dieses HDV/AHGZ Awards. Heute ist er General Manager im Elysee Hotel Hamburg.

Wettbewerbe und Siegerehrungen spornen an, erweitern den Horizont und machen Mut, mehr Verantwortung zu übernehmen. Das bindet die High Performer an Ihren Betrieb. Haben Sie keine Angst, dass die „Sieger“ dadurch die Bodenhaftung verlieren oder nach gewonnenem Wettbewerb plötzlich unrealistische Forderungen stellen. Der Betriebsalltag holt sie schnell wieder auf den Boden der Realitäten zurück. Fragen Sie sich vielmehr:

Wie könnte dieses Talent in meinem Betrieb mehr Verantwortung übernehmen?

Bild: ©von Bonin

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